In diesem Kapitel geht es darum, wie Benutzerkonten erstellt, verwaltet und in Gruppen zusammengefasst werden. Die wesentliche Aufgabe bei der Benutzerverwaltung besteht darin, die Benutzerbasis zu erstellen und den Gruppen zuzuweisen, die in der Lage sein müssen, auf Ressourcen zugreifen zu können.
Auch wenn dieses Kapitel mit dem Erstellen von Benutzerkonten beginnt, sollten Sie sich davon im Umgang mit der Sicherheit nicht beeinflussen lassen. Wie bereits im vorhergehenden Kapitel erwähnt, sollten Sie zuerst die Gruppe für die Ressource erstellen und dann die Benutzer zuweisen. Es ist jedoch kein Fehler, wenn Sie wissen, wer zu der Gruppe gehören soll, die Sie erstellen.
Benutzerkonten bei Windows 2000 sind deutlich leistungsfähiger als sie das bisher waren. Dieses Kapitel soll Ihnen dabei helfen, die Verwaltung von Benutzerkonten zu verstehen. Wenn Sie bereits wissen, wie Benutzerkonten erstellt werden und jetzt wissen möchten, wie Richtlinien erstellt und verwendet werden, dann sollten Sie im folgenden Kapitel weiterlesen.
Das Benutzerkonto ist die Stelle, an der das Gummi die Straße in der Welt des Netzwerkbetriebssystems berührt. Das Benutzerkonto ist die Schlüsselkomponente, die verwendet wird, um auf Netzwerkressourcen zuzugreifen, und es stellt den Kontrollpunkt für jede Berechtigung und jede Richtlinie dar. Bei Windows 2000 haben diese Konten enorm an Bedeutung gewonnen.
Bevor Sie damit beginnen, diese Konten zu erstellen, sollten Sie einige Grundregeln kennen lernen und einige wichtige Informationen erhalten. Das Erstellen von Gruppen und das Hinzufügen von Benutzern zu diesen Gruppen wird hier erwähnt, aber erst später ausführlicher behandelt. Wenn Sie als Administrator noch keine Erfahrung haben, sollten Sie diesen ausführlicheren Abschnitt zuerst lesen, bevor Sie sich daran machen, Konten zu erstellen. So können Sie verhindern, dass Sie Konten erstellen, die Sie später wieder löschen müssen.
Wenn Windows 2000 installiert wird, werden einige Benutzerkonten sofort erstellt. Diese Konten werden vom System und von den ersten Benutzern des Systems verwendet, um überhaupt auf das System zugreifen zu können. Ebenso wie bei einem neuen Haus, bei dem es einen ersten Satz Schlüssel gibt, können diese Konten entweder geändert oder so wie sie sind verwendet werden. Es ist jedoch sinnvoll, diese Schlüssel so schnell wie möglich zu ändern.
Welche Konten automatisch erstellt werden, hängt davon ab, welche Dienste installiert sind. In jedem Fall werden auf jedem Server die Konten Gast und Administrator erstellt. Diese Konten werden erstellt, damit grundlegende Dienste zur Verfügung stehen. Wenn Sie die Konsole Active Directory-Benutzer und -Computer öffnen und anschließend auf Users klicken (siehe Abbildung 11.1), können Sie die vordefinierten Konten sehen.
Abbildung 11.1: Standardkonten für Benutzer und Gruppen
Mit dem Gastkonto kann nichts installiert werden und das sollte auch so beibehalten werden. Dieses Konto sollte nur dazu dienen, Besuchern Ihres Systems Zugriff auf öffentliche Bereiche wie Drucker oder auch auf Freigaben zu gewähren. Das Beste an diesem Konto ist, dass es zur Gruppe Domänen-Benutzer gehört. Das bedeutet, dass dem Gastkonto der für die Gruppen Domänen-Benutzer bzw. Jeder freigegebene Dienst zur Verfügung steht.
Sie sollten wissen, dass Sie das Gast- und das Administratorkonto nicht löschen, aber umbenennen können.
Eine Ihrer ersten Aufgaben sollte es sein, die vordefinierten Konten umzubenennen. Eindringlinge, die sich auskennen, werden versuchen, sich im System mit Hilfe der vordefinierten Konten anzumelden. Wenn sie einen Kontonamen in Erfahrung bringen können, haben sie die Schlacht schon halb gewonnen. Wenn es sich bei dem Konto dann noch um das Administratorkonto handelt, ist der Krieg vorbei.
Das Administratorkonto wird für die Erstanmeldung und die Erstellung sowie für das Starten von Diensten erstellt. Das Administratorkonto wird auch dann erstellt, wenn der Server nicht in einer Domäne installiert ist. Das Konto wird in der Domäne nicht jedes Mal erstellt, wenn ein neuer Server oder Domänencontroller installiert wird. Wenn Sie einen neuen Server in einer bereits vorhandenen Domäne installieren, fragt das System nach einem Administratornamen und -kennwort, um das Computerkonto in der Domäne zu erstellen.
Benennen Sie das Administratorkonto so schnell wie möglich um. Wenn Sie sich in einer großen Unternehmensumgebung befinden, können Sie nie wissen, wer sich wie lange schon im System aufhält, bis Sie die Konten umbenennen.
Als Nächstes sollten Sie ein zweites Konto erstellen, das Mitglied der Gruppen Domänen-Admins und Administrator ist. Dadurch, dass Sie dieses Konto erstellen, lassen Sie sich eine Hintertür offen, falls das Administratorkonto einmal unbrauchbar werden sollte. Es kommt gar nicht so selten vor, dass das Kennwort des Administratorkontos geändert wird und sich keiner mehr an den Namen erinnern kann. Damit ist die Burg verschlossen und der Schlüssel auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Eine gute Übung für Systemadministratoren ist es, sich bei ihrer täglichen Arbeit mit der Domäne nicht als Administrator anzumelden. Oder anders ausgedrückt: Verwenden Sie kein Konto, das allmächtig ist, wenn Sie mit einem Textverarbeitungs- oder Tabellenkalkulationsprogramm arbeiten. Sie sollten immer daran denken, dass Sie Dateien ohne Kontrolle ändern können, wenn Sie sich als Administrator anmelden. Dabei kann es Ihnen wie Gulliver bei den Liliputanern ergehen. Sie könnten auf etwas treten. Oder noch schlimmer: Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlassen, ohne sich abzumelden, ist das Sicherheitssystem geöffnet.
Allzu häufig kennen die Besitzer oder leitende Angestellte eines Unternehmens das Administratorkennwort für die Domäne, in der ihre Daten enthalten sind, nicht. Es ist jedoch durchaus sinnvoll, den Besitzern oder leitenden Angestellten eines Unternehmens eine Liste dieser Kennwörter zur Verfügung zu stellen, für den Fall, dass ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt oder aus anderen Gründen nicht erreichbar ist. So ist es möglich, dass die Angestellten wieder an ihr System kommen.
Sie sollten die Aufgabe des Erstellens von Benutzerkonten ernst nehmen. Wenn Sie Robert Schmidt den Benutzernamen »Bert« und das Kennwort »Angela« (den Namen seiner Frau) zuweisen, ist das in einer kleinen Büroumgebung kein Problem. Wenn Sie jedoch 30 oder mehr Konten einrichten, wird es etwas schwieriger, sich solche netten Kombinationen auszudenken. Das ist allerdings die kleinste Sorge, die Sie in einem Szenario wie dem eben geschilderten haben werden. Die Sicherheit ist praktisch mit ihrer Einrichtung schon nicht mehr existent.
Bei Windows 2000 kann praktisch jede beliebige Methode für die Vergabe von Namen für Benutzer und Gruppen eingerichtet und verwendet werden. Das Programm ermöglicht dabei auch die Kontrolle darüber, ob ein Benutzer berechtigt ist, ein bestimmtes Kennwort zu verwenden. Bei Kennwörtern wird übrigens nach Groß- bzw. Kleinschreibung unterschieden.
Im Folgenden sind einige grundlegende Regeln aufgeführt, die dazu beitragen, dass Ihr System sicherer wird - vorausgesetzt, Sie befolgen diese Regeln:
Abbildung 11.2: Richtlinie für Kennwörter
Um diese Kennwortrichtlinien durchzusetzen, müssen Sie Änderungen in den Gruppenrichtlinien (insbesondere bei den Richtlinien für Kennwörter) für die Benutzer vornehmen, die Sie überwachen möchten. Mit Default Domain Policy können Sie die Richtlinie für sämtliche Konten standardmäßig durchsetzen.
Benutzernamen sind nicht annähernd so kompliziert wie Kennwörter. Die schwierigste Entscheidung, die Sie im Zusammenhang mit Benutzernamen treffen müssen, ist die, welche Regel angewendet werden soll, und ob es für das Unternehmen sinnvoll ist, wenn Benutzernamen verwendet werden, die mit den tatsächlichen Namen der Benutzer zu tun haben. Was das betrifft, gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Ansichten.
Die eher konventionelle Ansicht in der heutigen, vom Internet geprägten Welt ist die, dass Benutzernamen vergeben werden sollten, die eine Abwandlung des tatsächlichen Namens der Benutzer darstellen. Ein Grund, der für diese Ansicht spricht, ist der, dass Benutzer einfacher erkannt und die Benutzernamen in andere Dienste integriert werden können - die Benutzernamen können den E-Mail-Adressen oder SQL Server-Konten entsprechen.
Das Problem dabei wurde bereits erwähnt. Wenn ein Hacker weiß, dass die Benutzerkonten in Ihrem Unternehmen aus dem ersten Buchstaben des Vornamens und dem Nachnamen (Robert Newton = rnewton) bestehen, weiß er schon die Hälfte dessen, was er wissen muss, um in Ihr System einzudringen.
Die diesem Ansatz entgegenstehende Ansicht ist die, dass für Benutzerkonten ähnlich wie bei den bereits erwähnten Kennwörtern Zahlen oder alphanummerische Namen verwendet werden sollten. Die Idee, die dahinter steckt, ist dieselbe wie die, die sich hinter der Idee von Kennwörtern verbirgt: Je komplexer und unnatürlicher der Benutzername und das Kennwort, um so weniger wahrscheinlich ist es, dass ein Hacker die Kombination knackt.
Das Problem bei diesem System ist allerdings, dass Benutzer sich ihre Kombinationen häufig nicht merken können. Das führt zu einem oder zwei weiteren Problemen:
Beim Erstellen von Benutzerkonten ist der schwierigste Teil der Aufgabe die Entscheidung, wo Sie die Benutzerkonten erstellen. Treffen Sie diese Entscheidung, indem Sie das wiederholen, was Sie in den vorhergehenden Kapiteln gelernt haben. Grundsätzlich müssen Sie entscheiden, in welchem Container Sie die Benutzerkonten erstellen möchten: in der Domäne oder in der Organisationseinheit?
Wenn Sie diese Entscheidung getroffen haben, müssen Sie während der Erstellung von Benutzerkonten mehrere Optionen wählen, die Sie aufzeichnen oder bereits kennen sollten, bevor das Dialogfeld für das Erstellen von Benutzerkonten (siehe Abbildung 11.3) geöffnet wird.
Abbildung 11.3: Erstellen von Benutzerkonten
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Nicht alle Namensfelder müssen ausgefüllt werden. Lediglich das Feld Vorname oder Nachname und das Feld Benutzeranmeldename müssen ausgefüllt werden. |
Benutzerkonten werden in der Konsole Active Directory-Benutzer und -Computer erstellt. Wenn Sie eine große Anzahl von Benutzerkonten erstellen möchten, sollten Sie im folgenden Abschnitt nachlesen, wie Sie dies am besten tun können. Wenn Sie jedoch einzelne Benutzerkonten erstellen und verwalten müssen, eignet sich das Verfahren mit der Konsole am besten.
Um ein Benutzerkonto zu erstellen, gehen Sie wie folgt vor:
Wenn Sie 100 Benutzerkonten erstellen
müssen, ist schon allein der Gedanke daran schmerzlich, dies mit Hilfe der
Konsole tun zu wollen. Glücklicherweise gibt es eine Lösung zu diesem Problem:
net user. Der Befehl net ist ein Allzweckbefehl, der
in der Eingabeaufforderung eingegeben wird und mit dem Netzwerkressourcen
schnell und effizient genutzt werden können. Mit Hilfe der unterschiedlichen
Kombinationen des Befehls net user können Informationen über
Benutzerkonten angezeigt und Benutzerkonten erstellt bzw. gelöscht werden.
Die Syntax für den Befehl lautet folgendermaßen:
NET USER [Benutzername [Kennwort | *] [Optionen]] [/DOMAIN]
NET USER Benutzername {Kennwort | *} /ADD [Optionen] [/DOMAIN]
NET USER Benutzername [/DELETE] [/DOMAIN]
Mit jedem Teil dieser Befehle können Sie
bestimmte Informationen aufrufen oder einen gewünschten Effekt erzielen. Dieser
Befehl ähnelt den Befehlen CD, RD und MD,
mit denen Verzeichnisse in der Dateistruktur geändert werden. Im Folgenden ist
eine Liste von Parametern mit ihren unterschiedlichen Auswirkungen aufgeführt:
net user eine Liste der
Benutzerkonten auf dem Computer angezeigt.
Benutzername. Der Name des
Benutzerkontos, das hinzugefügt, gelöscht, geändert oder angezeigt werden
soll. Der Name des Benutzerkontos darf maximal 20 Zeichen umfassen.
Kennwort. Weist dem Benutzerkonto ein
Kennwort zu oder ändert es. Das Kennwort muss die mit der Option
/MINPWLEN des Befehls NET ACCOUNTS festgelegte
Mindestlänge aufweisen. Die maximale Länge beträgt 14 Zeichen.
*. Es erscheint die Eingabeaufforderung
für das Kennwort. Das Kennwort wird bei der Eingabe nicht angezeigt.
/DOMAIN. Führt den Vorgang auf einem
Domänencontroller der aktuellen Domäne aus. Dieser Parameter ist nur auf
Windows 2000 Professional-Computern gültig, die Mitglieder einer Windows 2000
Server-Domäne sind. Windows 2000 Server führen standardmäßig Vorgänge auf dem
primären Domänencontroller aus.
/ADD. Fügt ein Benutzerkonto der
Benutzerkontendatenbank hinzu.
/DELETE. Löscht ein Benutzerkonto aus der
Datenbank. Wenn der Befehl mit Optionen angegeben
werden kann, wird die Art, wie die Daten geändert werden können, näher
definiert. So kann beispielsweise die Option gewählt werden, dass zum neu
erstellten Benutzerkonto eine Beschreibung hinzugefügt werden kann. Um eine
dieser Optionen hinzuzufügen, ersetzen Sie einfach die Zeile Option
in der Syntaxzeile durch die entsprechende Option. Und das sind nun die
möglichen Optionen:
/ACTIVE:{YES | NO}. Deaktiviert oder
aktiviert das Konto. Wenn das Konto nicht aktiv ist, kann der Benutzer nicht
auf den Server zugreifen. Standardeinstellung ist YES.
/COMMENT:"Beschreibung". Es kann eine
Beschreibung zum Benutzerkonto eingegeben werden. Diese Beschreibung kann bis
zu 48 Zeichen umfassen. Der Text muss in Anführungszeichen stehen.
/COUNTRYCODE:nnn. Verwendet die
Landeskennzahl des Betriebssystems, anhand derer die Dateien der Online-Hilfe
und der Fehlermeldungen in der jeweiligen Landessprache angezeigt werden. Bei
der Eingabe des Wertes 0 wird die Standardländereinstellung
gewählt.
/EXPIRES:{Datum | NEVER}. Lässt ein
Benutzerkonto zum angegebenen Datum ablaufen. Bei Eingabe von
NEVER wird keine zeitliche Beschränkung für das Benutzerkonto
festgelegt. Ablaufdaten können je nach angegebener Ländereinstellung in der
Reihenfolge Monat/Tag/Jahr oder Tag/Monat/Jahr eingegeben werden. Monatsnamen
können ausgeschrieben, mit drei Buchstaben abgekürzt oder als Zahlen
geschrieben werden. Jahreszahlen können aus zwei oder vier Ziffern bestehen.
Als Trennzeichen zwischen Tages-, Monats- und Jahreseingabe müssen Kommata
oder Schrägstriche verwendet werden (keine Leerzeichen).
/FULLNAME:"Name". Definiert den
vollständigen Namen des Benutzers (nicht den Benutzernamen). Der Name muss in
Anführungszeichen stehen.
/HOMEDIR:PFAD. Bezeichnet den Pfad für das
Basisverzeichnis eines Benutzers. Der Pfad muss bereits existieren.
/PASSWORDCHG:{YES | NO}. Legt fest, ob
Benutzer ihr eigenes Kennwort ändern können. Standardeinstellung ist
YES.
/PASSWORDREQ:{YES | NO}. Legt fest, ob ein
Benutzerkonto ein Kennwort haben muss. Standardeinstellung ist
YES.
/PROFILEPATH[:Pfad]. Bezeichnet den Pfad
für das Anmeldeprofil des Benutzers. Dieser Pfad verweist auf ein
Registrierungsprofil.
/SCRIPTPATH:Pfad. Bezeichnet den Pfad für
das Anmeldeskript des Benutzers. Der Wert Pfad darf kein
absoluter Pfad sein. Pfad wird relativ zu
%systemroot%\System32\Repl\Import\Scripts angegeben.
/TIMES:{Zeiten | ALL}. Legt die
Anmeldezeiten fest. Die Werte für Zeiten werden in der Form
Tag[-Tag][,Tag[-Tag]] ,Uhrzeit[-Uhrzeit][,Uhrzeit[-Uhrzeit]]
angegeben, wobei die Angabe der Uhrzeit zu vollen Stunden erfolgen
muss. Tage können ausgeschrieben oder abgekürzt werden. Beim 12-Stunden-Format
muss nach der Uhrzeit AM, PM oder A.M., P.M. stehen. Bei ALL kann
sich der Benutzer jederzeit anmelden. Ein Leerzeichen bewirkt, dass sich der
Benutzer überhaupt nicht anmelden kann. Tag und Uhrzeit werden mit einem Komma
getrennt, mehrere aufeinander folgende Zeitangaben mit einem Semikolon.
/USERCOMMENT:"Beschreibung". Hier kann der
Administrator eine Beschreibung zum jeweiligen Benutzerkonto eingeben oder
ändern. Der Text muss in Anführungszeichen stehen.
/WORKSTATIONS:{Computername[,...] | *}. Es
können bis zu acht Computer angegeben werden, von denen aus sich der Benutzer
am Netzwerk anmelden kann. Die unterschiedlichen Einträge werden durch Kommata
voneinander getrennt. Wenn nach /WORKSTATIONS nichts oder
* angegeben wird, kann sich der Benutzer von jedem Computer aus
anmelden. Diese Befehlszeile verwenden Sie für die Erstellung mehrerer Benutzerkonten am besten, indem Sie ein Beispiel Ihres gewünschten Kontos erstellen und dann in eine Stapelverarbeitungsdatei replizieren. Es kann nicht genügend betont werden, wie wichtig es ist, dass Sie dieses Verfahren ein-, zweimal ausprobieren sollten, bevor Sie die Stapelverarbeitungsdatei mit einer umfangreichen Gruppe von Benutzern füllen. Nach hundert falschen Benutzernamen zu suchen und diese zu berichtigen, kann sehr lästig sein.
So sieht beispielsweise eine Stapelverarbeitungsdatei aus, die Sie verwenden könnten:
NET USER bnewton 23nre32 /ADD /COMMENT:"Reisekoordinator" NET USER jschmo 12nrw53 /ADD /COMMENT:"Reiseplaner" NET USER snewton 2v2bt3 /ADD /COMMENT:"Reiseplaner" NET USER jmeyer hrn598 /ADD /COMMENT:"Reisesekretärin"
Mit dieser Stapelverarbeitungsdatei werden Benutzerkonten, deren Kennwörter und Beschreibungen erstellt. Das ist ein einfaches Beispiel, das jedoch erkennen lässt, dass sich eine von nahezu jeder Textquelle exportierte Liste von Benutzern problemlos in eine importierte Liste für Windows 2000 konvertieren lässt.
Bisher war der Umgang des Benutzers mit dem Netzwerk darauf ausgerichtet, den Benutzer nicht merken zu lassen, dass das Netzwerk überhaupt existiert. Seit es das Internet gibt, sind die Benutzer in Bezug auf Netzwerke etwas toleranter geworden.
Die Idee der Benutzerumgebung bezieht sich darauf, wie Benutzer mit ihren PCs und dem Netzwerk kommunizieren. Das hat sich während der letzten zwei bis drei Jahre stark verändert. Benutzerumgebung bedeutet nicht mehr nur, dass der Zugriff auf Ressourcen ermöglicht und überwacht wird, sondern dass das überwacht wird, was der Benutzer als verfügbar sieht (siehe Abbildung 11.4).
Abbildung 11.4: Benutzereigenschaften
Zu den in der Überwachung der Benutzereigenschaften für die Betriebssystemumgebung zur Verfügung stehenden Tools zählen die Benutzeranmeldeskripten, der Anmeldezugriff und die Zeitüberwachung.
Anmeldeskripten sind bei einigen Betriebssystemen schwierig zu lernen und anzuwenden. In der Welt von Windows wurden schon immer die guten alten Stapelverarbeitungsdateien verwendet. Die Befehlszeilen-Stapelverarbeitungsdatei gibt es schon seit rund zwei Jahrzehnten. Diese Schnittstelle wird schon seit den frühen Anfängen von DOS und in vielen anderen Betriebssystemen noch heute verwendet.
Eine Stapelverarbeitungsdatei ist eine Textdatei, die Befehle enthält, die zeilenweise ausgeführt werden. Wenn ich beispielsweise mit einem Befehl eine Anwendung ausführen, eine Anweisung über die Anwendung zurückübertragen und dann das Ergebnis der Anwendung löschen möchte, sollte ich eine Stapelverarbeitungsdatei erstellen.
Anmeldeskripten sind Stapelverarbeitungsdateien, die verwendet werden, um einen Benutzer in einer Umgebung zu definieren, die das Netzwerk besser nutzbar macht. Benutzern kann mittels Stapelverarbeitungsdatei ein Laufwerk, ein Druckeranschluss oder eine Anwendung zugewiesen werden.
Bei Windows 2000 wurden einige dieser Optionen erweitert. Der wichtigste Unterschied ist der, dass nun Containerobjekten Skripten zugewiesen werden können. Bei Windows NT gibt es so etwas wie Gruppenanmeldeskripten nicht. In der Familie der Skripten gibt es außerdem ein neues Mitglied, das so genannte Abmeldeskript.
Skripten werden zusammen mit sämtlichen anderen Windows 2000-Richtlinien für Benutzer und Profildaten in der folgenden Reihenfolge ausgeführt:
Skripten können von jeder beliebigen im
Netzwerk freigegebenen Datei ausgeführt werden. Der Standardspeicherort von
Skripten ist jedoch das Verzeichnis
\WINNT\System32\Repl\Import\Scripts. Dies liegt in der möglichen
Replikation dieser Skripten begründet.
Wenn kein bestimmter Pfad angegeben wird, erhalten die Clients eines Windows 2000- bzw. NT-Servers ihre Anmeldeskripten von dem DC, der sie im Netzwerk authentifiziert. Daher ist es in einem Netzwerk mit mehreren DCs sinnvoll, auf sämtlichen Servern eine aktuelle Liste von Anmeldeskripten zu verwalten. Wenn Sie die Skripten nicht nach jeder Bearbeitung für sämtliche Server kopieren möchten, müssen Sie eine Dateireplikation konfigurieren.
Die einzige Voraussetzung für ein Skript
ist, dass darauf über eine Freigabe zugegriffen werden kann. Daher kann die
Datei in der Freigabe \\mcp\scripts gespeichert und ebenso
aufgerufen werden.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei einem Skript in der Regel um eine Stapelverarbeitungsdatei (.bat). Damit Sie sich vorstellen können, wie ein Skript üblicherweise aussieht, sehen Sie sich folgendes Beispiel an:
***Beginn des Skripts echo off cls echo Willkommen beim Macmillan Server-Cluster. echo Die folgenden Ressourcenzuweisungen echo wurden vorgenommen. net use f: /home net use g: \\mcp\data net use m: \\mcp\apps net use lpt2 \\mcp\laser_stock3 echo Einen schönen Tag! pause
Mit diesem Skript wird zunächst die Befehlsanzeige ausgeschaltet. Anschließend wird der Bildschirm gelöscht und der Benutzer begrüßt. Darüber hinaus werden dem Benutzer die erstellten Umgebungsvariablen genannt. Abschließend wird dem Benutzer ein schöner Tag gewünscht. Aufgrund der Pause kann der Benutzer lesen, was auf dem Bildschirm steht, bevor er seine Arbeit fortsetzt und sich wundert, warum alles, was an LPT2 gesendet wird, über den Hewlett Packard 4MV ausgedruckt wird.
Ein Skript wird an einem von zwei möglichen Orten gespeichert: im Gruppenrichtlinienobjekt für einen Container bzw. für eine Gruppe oder im Benutzerobjekt. Das hängt natürlich davon ab, welche der Möglichkeiten jeweils am besten geeignet ist.
Bevor Sie nun Skripten erstellen, zunächst einmal ein paar zur Vorsicht mahnende Worte. Das Erstellen von Skripten ist so ähnlich wie das Erteilen von Berechtigungen. Es ist sinnvoller, wann immer möglich, Gruppenrichtlinienskripten zu erstellen. Darüber hinaus ist es immer einfacher, bestimmte Vorgänge für eine Gruppe, statt für jedes Benutzerkonto einzeln zu definieren. Auch Vorgänge für einen einzelnen Benutzer sollten möglichst in einem Gruppenrichtlinienskript definiert werden. Häufig wird das, was zunächst für einen Benutzer erforderlich ist, schon nach kurzer Zeit auch für andere Benutzer relevant.
Wenn Sie ein Gruppenrichtlinienskript zuweisen möchten, beginnen Sie in der Konsole Active Directory-Benutzer und -Computer. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
//logo (Vorspann anzeigen) und
//I (interaktiver Modus) enthält, geben Sie folgende Zeile ein: //logo//I
Wenn Sie ein einzelnes Benutzerskript zuweisen möchten, beginnen Sie in der Konsole Active Directory-Benutzer und -Computer. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
Ein Administrator, der mit
Befehlszeilenanweisungen und Stapelverarbeitungsdateien umgehen kann, tut sich
leichter, wenn es darum geht, Skripten zu verstehen. Es kann dennoch vorkommen,
dass er die NET-Befehle nicht versteht. Der Befehl NET
wird hier zum zweiten Mal in diesem Kapitel erwähnt, da mit diesem Befehl
weitaus mehr gemacht werden kann, als nur Benutzerkonten zu erstellen und zu
löschen. Der Befehl NET wird für Netzwerkressourcen ohne grafische
Benutzeroberfläche verwendet und eignet sich daher hervorragend für Skripten
oder jede andere Stapelverarbeitung.
Wenn Sie den Befehl NET
verwenden möchten, müssen Sie lediglich NET mit der entsprechenden
Variablen eingeben. Wie Benutzerkonten erstellt werden, wurde bereits
beschrieben. Daher sollen hier nun einige Variablen genannt werden, die für ein
Skript recht hilfreich sein können.
Die unten aufgeführte Liste ist eine
unvollständige Liste der Variablen, die zusammen mit dem Befehl NET
verwendet werden können, um eine Umgebung zu ändern oder Informationen
abzurufen. Sie verwenden die Variablen einfach, indem Sie NET und
dann den entsprechenden Befehl eingeben. Zu jeder Variablen ist ein Beispiel
angegeben, damit Sie sehen, wie diese verwendet wird. Die Syntax entspricht
folgendem Muster:
USE. Verbindet einen Computer mit einer
freigegebenen Ressource oder beendet diese Verbindung. Dieser Befehl steuert
darüber hinaus auch die Wiederaufnahme von gespeicherten Netzwerkverbindungen.
Beispiele: NET USE [Gerätename | *] [\\Computername\Freigabename[\Datenträger]] [Kennwort |
*]] [/USER:[Domänenname\]Benutzername] [[/DELETE] | [/PERSISTENT:{YES | NO}]]
NET USE Gerätename [/HOME[Kennwort | *]] [/DELETE:{YES | NO}]
NET USE [/PERSISTENT:{YES | NO}]
Kein. Ohne Parameter zeigt NET
USE eine Liste der Netzwerkverbindungen an.
Gerätename. Der Name der Ressource, zu
der die Verbindung hergestellt oder das Gerät, das getrennt werden soll. Es
gibt Gerätenamen für Laufwerke (D: bis Z:) und für Drucker (LPT1: bis
LPT3:). Geben Sie einen Stern (*) anstatt eines bestimmten Gerätenamens an,
wenn der nächste verfügbare Gerätename verwendet werden soll.
\\Servername. Der Name des Servers und
der freigegebenen Ressource. Wenn der Computername Leerzeichen enthält,
müssen die beiden umgekehrten Schrägstriche (\\) und der Computername in
Anführungszeichen eingegeben werden. Die Länge des Computernamens kann 1 bis
15 Zeichen betragen.
\Datenträger. Gibt einen
NetWare-Datenträger auf dem Server an. Sie müssen den Client Service für
NetWare (Windows 2000 Professional) oder den Gateway Service für NetWare
(Windows 2000 Server) installiert und aktiviert haben, um eine Verbindung zu
NetWare-Servern herstellen zu können.
Kennwort. Das Kennwort, mit dem Sie auf
eine freigegebene Ressource zugreifen können.
*. Erzeugt eine Eingabeaufforderung für
das Kennwort. Das Kennwort wird bei der Eingabe nicht angezeigt.
/USER. Gibt einen anderen Benutzernamen
an, mit dem die Verbindung hergestellt wird.
Domänenname. Der Name einer anderen
Domäne. NET USE D:\\Server/USER:admin\mariel verbindet
beispielsweise die Benutzer-ID »Mariel«, als würde die Verbindung von der
Admin-Domäne hergestellt. Ohne Eingabe eines Domänennamens gilt die aktuelle
Domäne, an der der Benutzer angemeldet ist.
Benutzername. Legt den Benutzernamen
fest, mit dem Sie sich anmelden.
/DELETE. Beendet eine
Netzwerkverbindung. Wenn der Benutzer die Verbindung mit einem Stern angibt,
werden sämtliche Verbindungen beendet.
/HOME. Verbindet den Benutzer mit seinem
Basisverzeichnis.
/PERSISTENT. Steuert die automatische
Wiederaufnahme von gespeicherten Netzwerkverbindungen. Standardmäßig wird
die zuletzt eingestellte Verbindung verwendet.
YES. Speichert alle hergestellten
Verbindungen und stellt sie bei der nächsten Anmeldung wieder bereit.
NO. Aktuelle und nachfolgende
Verbindungen werden nicht gespeichert. Nur bestehende Verbindungen werden
bei der nächsten Anmeldung wiederhergestellt. Verwenden Sie den Parameter
/DELETE, um gespeicherte Verbindungen zu entfernen. GROUP. Fügt globale Gruppen auf Windows
2000 Server-Domänen hinzu, zeigt sie an oder ändert sie. Dieser Befehl steht
nur auf Windows 2000 Server-Domänencontrollern zur Verfügung. Im Folgenden
einige Beispiele: NET GROUP [Gruppenname [/COMMENT:"Beschreibung"]] [/DOMAIN]
NET GROUP Gruppenname {/ADD [/COMMENT:"Beschreibung"] | /DELETE} [/DOMAIN]
NET GROUP Gruppenname Benutzername [ ...] {/ADD | /DELETE} [/DOMAIN]
HELP. Zeigt eine Liste mit
Netzwerkbefehlen und Hilfethemen an. Darüber hinaus bietet dieser Befehl
Hilfestellung bei bestimmten Befehlen und Themen. Die zur Verfügung stehenden
NET-Befehle sind auch in der Befehlsreferenz im Dialogfeld
Befehle unter N aufgeführt. Klicken Sie in
der Windows 2000-Befehlsreferenz auf die Liste Siehe auch.
Hier einige Beispiele: NET HELP [Befehl]
NET Befehl {/HELP | /?}
SEND. Sendet Nachrichten an andere
Benutzer, Computer oder Nachrichtennamen im Netzwerk. Um Nachrichten zu
erhalten, muss der Nachrichtendienst aktiv sein. Hier ein Beispiel: NET SEND {Name | * | /DOMAIN[:Name] | /USERS} Nachricht
TIME. Synchronisiert die Systemzeit eines
Computers mit der eines anderen Computers oder einer Domäne. Ohne die Option
/SET wird die Uhrzeit für einen anderen Computer oder eine Domäne
angezeigt. Hier ein Beispiel: NET TIME [\\Computername | /DOMAIN[:Name]] [/SET]
USER. Wurde bereits beschrieben.
VIEW. Zeigt Domänen, Computer oder die von
einem bestimmten Computer freigegebenen Ressourcen an. Hier einige Beispiele: NET VIEW [\\Computername | /DOMAIN[:Domänenname]] NET VIEW /NETWORK:NW [\\Computername]
Das Basisverzeichnis eines Benutzers ist so etwas wie die Operationsbasis für jeden Benutzer in der Domäne. Es ist keine absolute Notwendigkeit, trägt jedoch dazu bei, dass der Benutzer das Gefühl hat, für seine eigenen Daten einen Speicherort in der Domäne zu haben.
Das Basisverzeichnis eines Benutzers wird auf der Registerkarte Profil im Dialogfeld Eigenschaften des Benutzerobjekts (siehe Abbildung 11.5) definiert. Bevor ein Basisverzeichnis erstellt werden kann, muss das freigegebene Verzeichnis, in dem das Basisverzeichnis erstellt werden soll, bereits bestehen. Der Administrator muss über Zugriffsberechtigungen verfügen, um in dieses Verzeichnis schreiben zu können und die Freigabe muss verfügbar sein. Außerdem sollte kein Verzeichnis mit dem Anmeldenamen des Benutzers existieren.
Abbildung 11.5: Die Registerkarte Profil im Dialogfeld Eigenschaften von [Benutzer]
Öffnen Sie die Konsole Active Directory-Benutzer und -Computer, um ein Basisverzeichnis auf einem Domänen-Server zuzuweisen und gehen Sie dann wie folgt vor:
Mit dem Profil eines bestimmten Benutzers wird das Verhalten des Betriebssystems auf dem Arbeitsplatzrechner für diesen Benutzer definiert. Hier werden Software-Einstellungen, Hintergrundbild, Bildschirmschoner, manuelle Laufwerkzuordnungen und viele andere Dinge festgelegt. Wann immer sich ein Benutzer von Windows 2000, NT oder auch 95/98 (falls konfiguriert) an einem neuen System anmeldet, zeichnet dieses System den Benutzernamen auf und beginnt ein Profil für die Einstellungen dieses Benutzers.
Der Administrator einer Domäne kann Profile als Werkzeug für die Steuerung sowohl der Domäne als auch des Arbeitsplatzes des lokalen Arbeitsplatzrechners verwenden. Die Idee ist die, dass ein Profil erstellt werden soll, das zu der allen Benutzern präsentierten Umgebung passt und dass dieses Profil dann mit den Benutzern dahin mit wandert, wo diese sich anmelden. Daher wird dieses Profil auch als Roaming-Profil (engl. roaming = wandern) bezeichnet. Roaming-Profile bzw. servergespeicherte Profile können auch zu verbindlichen Profilen gemacht werden. Damit wird das Profil unveränderlich und stellt ein konsistentes und erzwingbares Profil dar.
Außer der Umgebung, in der sich der Benutzer befindet, soll auch der Zugriff auf die Domäne gesteuert werden können. Über das Dialogfeld Eigenschaften des Benutzerobjekts (siehe Abbildung 11.4) können Sie den Zugriff und das Verhalten, angefangen bei den zulässigen Anmeldezeiten bis hin zu den Computern steuern, an denen man sich anmelden kann.
Die Anmeldezeiten können Sie definieren, indem Sie auf der Registerkarte Konto die Schaltfläche Anmeldezeiten anklicken (siehe Abbildung 11.6). Wenn Sie auf diese Schaltfläche klicken, können Sie Stunden auswählen, indem Sie auf die Stunden klicken und dann die Option Anmeldung zulassen bzw. die Option Anmeldung verweigern wählen. Danach wird der Zugriff auf dieser Basis zugelassen bzw. verweigert.
Abbildung 11.6: Das Dialogfeld Anmeldezeiten für: [Benutzer]
Den Remote-Zugriff der Benutzer können Sie mit Hilfe der Registerkarte Einwählen (siehe Abbildung 11.7) einzeln überwachen. Hier können Sie den Zugriff gestatten oder verweigern, indem Sie entweder die Option Zugriff gestatten oder die Option Zugriff verweigern wählen.
Abbildung 11.7: Die Registerkarte Einwählen im Dialogfeld Eigenschaften von [Benutzer]
Die andere hier zur Verfügung stehende Option dient der Sicherheit. Dabei handelt es sich um Rückrufoptionen. Die Idee dabei ist die, dass der Server Benutzer, die sich im Netzwerk einwählen, zurückruft, um sicher zu stellen, dass diese auch tatsächlich die Benutzer sind, die sie vorgeben zu sein bzw. dass diese sich an einem bereits geprüften Standort befinden.
Am sichersten ist es, wenn das System den Anrufer immer über eine bestimmte Rückrufnummer zurückruft. Es ist jedoch auch möglich, dass der Anrufer eine Rückrufnummer festlegt. Dabei geht es darum, dass der Benutzer wissen muss, dass die Rückrufoption erforderlich ist. Diese Option bietet allerdings auch die Flexibilität, dass einer Ihrer Benutzer zu einem Konkurrenten Ihres Unternehmens wechselt und von dort aus Ihre Kundenliste herunterlädt. Das ist natürlich unsinnig.
Es ist darüber hinaus auch möglich, den Computer zu schützen, auf den ein Benutzer über die Domäne zugreifen kann. Wenn beispielsweise ein Praktikant angestellt wird, der nur an seinem PC arbeiten soll, können Sie der Domäne mitteilen, dass sich der Praktikant nur über seinen PC anmelden darf. Wenn Sie sich vor Augen führen, dass die größte Bedrohung für die Sicherheit ein unbeaufsichtigter, angemeldeter Arbeitsplatzrechner ist, dann dürfte klar sein, wie wichtig diese Sicherheitsvorkehrung ist.
Die entsprechende Änderung können Sie im Dialogfeld Eigenschaften des Benutzers auf der Registerkarte Konto vornehmen, indem Sie auf die Schaltfläche Anmelden klicken (siehe Abbildung 11.8).
Abbildung 11.8: Das Dialogfeld Anmeldearbeitsstationen
Wenn Sie sich in diesem Dialogfeld befinden, geben Sie einfach den Namen des Computers ein, an dem sich der Benutzer anmelden darf, und klicken dann auf die Schaltfläche Hinzufügen.
Mit vielen der Optionen auf der Registerkarte Konto können unterschiedliche Arten von Konten gesteuert werden.
Mit den Kontooptionen auf dieser Registerkarte können viele Dinge gestattet bzw. verweigert werden. Die folgende Ausführung soll dazu beitragen, dass Sie diese Optionen verstehen und wissen, warum diese verwendet werden:
Die letzte Option auf der Registerkarte Konto dient lediglich dazu, für ein Konto ein Ablaufdatum festzulegen. Damit können temporäre Konten erstellt werden. Das ist dann recht nützlich, wenn für Zeitarbeiter oder Praktikanten Konten eingerichtet werden, die bei all den anderen verwaltungstechnischen Aufgaben leicht in Vergessenheit geraten können.
Die Anwendung dieser Option ist so einfach wie sie aussieht. Sie legen das Ablaufdatum fest, indem Sie einfach das Optionsfeld Am aktivieren und dann ein Datum angeben. Nach Ablauf dieses Tages kann sich der Benutzer nicht mehr am System anmelden.
Das Netzwerkbetriebssystem Windows benötigt schon seit längerem eine Steuerungsfunktion der durch ständig anwachsende Benutzerzahlen kontinuierlich zunehmenden Nutzung der Festplatte. In Windows 2000 gibt es nun diese Funktion. Sie wird von einem Datenträger aus implementiert und stellt keine völlige Benutzerbeschränkung dar, wie das bei NetWare der Fall ist. Sie bietet jedoch weitaus bessere Steuerungsmöglichkeiten.
Um eine Beschränkung des Datenträgerkontingents zu definieren, müssen Sie zunächst einmal die Kontingentverwaltung auf dem Datenträger aktivieren. Dazu gehen Sie wie folgt vor:
Abbildung 11.9: Die Registerkarte Kontingent im Dialogfeld Eigenschaften von [Datenträger]
Wenn Sie das erledigt haben, können Sie damit beginnen, Kontingente zu definieren.
Im ersten Dialogfeld sind viele Einstellungen vorzunehmen, noch bevor Sie die eigentlichen Kontingente festlegen. Dabei handelt es sich um Anweisungen an das System in Bezug darauf, wie mit möglichen Überschreitungen der Kontingente umgegangen werden soll:
Um ein neues Kontingent zu definieren, öffnen Sie zunächst das Dialogfeld Eigenschaften des Laufwerks und aktivieren die Registerkarte Kontingent. Gehen Sie dann wie folgt vor:
Abbildung 11.10: Die Konsole Kontingenteinträge
Gruppen von Benutzerkonten bei Windows 2000 bedeuten die Zusammenfassung von Benutzerkonten, um gleichzeitig mehrere Benutzerkonten überwachen zu können. Das ist wie bei Viehherden: Es dürfte ziemlich aufwändig sein, jede Kuh einzeln auf die Weide zu treiben. Daher sollten Sie sich, wenn Sie mit der Verwaltung von Benutzern beginnen, als Erstes darum kümmern, Benutzer zu Gruppen zusammenzufassen.
Unter Gruppenbereich versteht man die Stelle im Verzeichnis, die der Gruppe zugewiesen wird, sowie mögliche Mitgliedschaften der Benutzer. Es gibt drei Gruppenbereiche: »Lokale Domäne«, »Global« und »Universal«.
Die Auswahl des Gruppenbereichs hängt vom Betriebsmodus ab, in dem sich das Sicherheitssystem derzeit befindet. Wenn sich die Domänencontroller im gemischten Modus befinden, stehen nur die Gruppenbereiche »Lokale Domäne« und »Global« zur Verfügung. Das kommt daher, weil Windows NT die Verschachtelung von Gruppen nicht zulässt. Im einheitlichen Modus sind alle drei Optionen verfügbar und Gruppen können Mitglieder von Gruppen sein, d.h., die Verschachtelung von Gruppen ist möglich.
Der Gruppenbereich »Lokale Domäne« in Active Directory (Windows 2000) ist die Reinkarnation der guten alten lokalen Gruppen von Windows NT. Wenn lokale Gruppen von Windows NT übernommen werden, werden diese zu Gruppen der lokalen Domäne.
Gruppen der lokalen Domäne werden verwendet, um Ressourcen in der lokalen Domäne zu verwalten. Darin unterscheiden sich diese Gruppen von den alten lokalen Gruppen ein wenig. Dennoch ähneln sich diese beiden Gruppen in ihrer Grundkonzeption. Eine Gruppe der lokalen Domäne kann folgende Mitglieder enthalten:
Die Idee, die dahinter steckt, ist die, dass Gruppen der lokalen Domäne verwendet werden, um darin Konten und Gruppen unterzubringen, die eine bestimmte Ressource gemeinsam nutzen. Wenn die Gruppe für die Ressource erstellt ist und die Konten zur Gruppe hinzugefügt sind, ist es einfach, Benutzer hinzuzufügen und in Erfahrung zu bringen, welche Benutzer bzw. Gruppen Zugriff auf die Ressource haben, indem man einfach in der Gruppe der Ressource nachsieht.
Wenn Sie die gesamte Gruppe der Buchhaltung zu den Gruppen hinzufügen müssen, die auf die Laufwerkfreigabe \\Servername\Buchhaltung zugreifen dürfen, ist es am einfachsten, die Gruppe Rechnungswesen zu erstellen und die globale Gruppe Buchhaltung zur Gruppe der Ressource zuzuweisen. Wenn mit der Freigabe eigenartige Dinge geschehen, ist es nun einfacher festzustellen, wer Zugriff auf die Freigabe hatte und Änderungen lassen sich leichter vornehmen.
Eine globale Gruppe ist bei Windows 2000 nicht dasselbe wie bei Windows NT. Sie wird jedoch sehr ähnlich verwendet. Eine Gruppe mit dem Bereich »Global« ist eine Gruppe, die für das tägliche Hinzufügen von Benutzern oder anderen Gruppen zu Gruppen, denen später Ressourcen zugewiesen werden, verwendet wird.
Die Schlüsselwörter hier sind Benutzer und täglich. Eine globale Gruppe unterscheidet sich von einer universellen Gruppe dadurch, dass die globale Gruppe nicht über die Grenzen der Domäne hinaus repliziert werden kann. Außerdem kann eine globale Gruppe keine Mitglieder von außerhalb der Domäne haben. Eine globale Gruppe kann folgende Mitglieder enthalten:
Wenn die Mitgliedschaft von globalen Gruppen geändert wird oder wenn die einer globalen Gruppe zugewiesenen Berechtigungen geändert werden, werden diese Änderungen nur innerhalb der Domäne repliziert.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Benutzer globalen Gruppen und dann die globalen Gruppen den Gruppen der lokalen Domäne zuzuweisen, die den Zugriff auf die Ressourcen steuern. Das Problem dabei ist jedoch, dass im gemischten Modus globale Gruppen von anderen Domänen nicht zu globalen Gruppen zugewiesen werden können, die erstellt worden sind, um sämtliche Benutzer zusammenzufassen.
Gruppen mit dem Bereich »Universal« stehen nur im Domänenmodus zur Verfügung. Universelle Gruppen in ihrer reinsten Form kann man sich als domänenübergreifende Lösung für Gruppen vorstellen, die Domänengrenzen überschreiten müssen. Es ist verlockend, sich universelle Gruppen als »magische« lokale Gruppen vorzustellen, die die Grenzen von Domänen überschreiten können. Universelle Gruppen können folgende Mitglieder enthalten:
Am besten ist es, wenn diese universellen Gruppen erstellt, diesen die globalen Gruppen zugewiesen und dann die universellen Gruppen der Gruppe der lokalen Domäne zugewiesen werden, die für die Ressource verantwortlich ist.
Administratoren von lokalen Domänen können Benutzer zu den globalen Gruppen hinzufügen. Da diese globalen Gruppen Mitglieder der universellen Gruppen sind, die über Berechtigungen für den Zugriff auf die Ressource verfügen, haben die Mitglieder die Berechtigungen, die sie benötigen.
Für die domänenübergreifende Replikation sind lediglich die Namen der globalen Gruppen erforderlich, die den universellen Gruppen angehören. Da diese Mitgliedschaft sehr selten geändert werden muss, kommt es praktisch nicht zur Replikation. Domäneninterne Replikationen kommen vor, sind jedoch auf die Mitglieder der Domäne beschränkt.
Die Gruppen der lokalen Domäne tragen dazu bei, dass der lokale Administrator einen genauen Überblick über die Gruppen und Benutzerkonten hat, die Zugriff auf die Ressourcen haben. Darüber hinaus erleichtern diese Gruppen das Entfernen und Hinzufügen von Gruppen, da nicht jede einzelne Gruppe, der Berechtigungen zugewiesen worden sind, gesucht werden muss.
Um eine Gruppe zu erstellen, gehen Sie wie folgt vor:
Wie Benutzerkonten, so verfügt auch das Betriebssystem Windows 2000 über vordefinierte Gruppen, die verfügbar werden, wenn ein Computer und/oder eine Domäne eingerichtet wird. Diese Gruppen werden als eine Art öffentliche Gruppenfunktion erstellt. Die grundlegenden Funktionen der Domäne gehören zu diesen Gruppen.
Einige der Gruppen sind Teil von Windows 2000 in jeder Form (Arbeitsgruppe oder Domäne), während andere erst erstellt werden, wenn eine Domäne eingerichtet wird.
Darüber hinaus gibt es so genannte implizite Gruppen, die nur für die zugewiesenen Berechtigungen verfügbar sind. Zu diesen Gruppen können keine Mitglieder hinzugefügt werden. Sie sind außerdem in der Konsole Active Directory-Benutzer und -Computer nicht zu sehen. Das kommt daher, weil sie vom Betriebssystem ausschließlich für das Betriebssystem erstellt werden. Wenn Sie sich die Beschreibungen der Gruppen einmal durchlesen, wird deutlich, wozu diese Gruppen benötigt werden.
Im Folgenden sind nun die vordefinierten Gruppen aufgeführt:
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Education Deutschland GmbH Elektronische Fassung des Titels: Windows 2000 Server Kompendium, ISBN: 3-8272-5611-9 Kapitel: Erstellen und Verwalten von Benutzerkonten |